Scharfe Chilis aus dem Aargau

Erstmals können im Aargau Habanero Chilis in grösseren Mengen geerntet werden. Möglich gemacht hat das die Zusammenarbeit zwischen dem Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg, dem Gemüsebauer Jörg Friedli in Wohlenschwil und der Mosti Furer in Staufen als Verarbeiterin, die das Projekt im Auftrag der Delico AG gestartet haben. Ein gutes Beispiel für die Innovationsfreude der Aargauer Landwirtschaft. Und wie sie dank ausgezeichneter Qualität regionale Wertschöpfung erzielt.

Endlich ist es soweit: Seit einigen Wochen werden auf den Feldern von Gemüseproduzent Jörg Friedli in Wohlenschwil Chilis der Sorte Habanero in grösseren Mengen geerntet. Die Chilis werden in Staufen bei der Mosti Furer zu einer scharfen Chilisauce verarbeitet. Das Gemeinschaftsprodukt aus dem Aargau wird von der Delico AG national vertrieben. Die vollständig in der Schweiz hergestellte scharfe Chilisauce der Marke Baergfeuer ist bereits im Handel, ab Mitte 2022 wird die aus Schweizer Chili hergestellte Version erhältlich sein. Der Kanton als Geburtshelferin, der Produzent, die Verarbeiterin und die Vertreiberin stellten das Projekt anlässlich der ersten Chiliernte im Aargau vor.

Aargauer Habanero Chili - dank erfolgreichem Teamwork
Die Idee, Habanero Chilis im Aargau anzubauen, statt sie aus dem Ausland zu importieren, kam von Pascal Furer, dem Inhaber der Mosti Furer. Der auf Herstellung von Saft, Wein und Essig spezialisierte Betrieb verarbeitet schon länger importierte Chilis zur scharfen Chilisauce der Marke Baergfeuer. Als Fan von Regionalprodukten regte Furer bei der Auftraggeberin und beim Kanton Aargau an, Habanero Chilis in der Region anzubauen. Gemeinsam mit dem Gemüseproduzenten Jörg Friedli und mit der Unterstützung des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg starteten die ersten Versuche. Dabei eruierte man die Machbarkeit von Anbau und Wirtschaftlichkeit im Aargau.

Versuch verlief positiv
Jörg Friedli sagte spontan für die Teilnahme bei der Chilisauce «made im Aargau» zu: «Ich war von Beginn weg überzeugt, dass wir es hinkriegen, Chilis im kalten Folienhaus zu produzieren. Jetzt ernten wir nach viel Geduld im wahrsten Sinne die ersten scharfen Früchte.» Friedli freut sich über die kurzen Transportwege, die Flexibilität und die gute Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen. Das Produkt zeige vorbildlich das innovative Miteinander von Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Schweizer Produkten. Pascal Furer freut sich genauso über den Chili aus Wohlenschwil - auch als amtierender Grossratspräsident: «Der Aargau kann stolz sein auf ein weiteres innovatives Produkt, das in der ganzen Schweiz erhältlich sein wird.» Seine Mosti verarbeitet die frischen Chilis, überwacht die Reifung im Felsenkeller und presst die so entstandene Maische ab. Diese Verarbeitungsschritte sind heikel. Es bedurfte einiger Versuche und Entwicklungen, bis dies gelang. Auch Furer lobt: «Die Zusammenarbeit läuft tiptop. So entsteht aus schönen, scharfen Habaneros ein hervorragendes Produkt.» Glücklich über die Zusammenarbeit mit den Aargauer Partnern ist auch Matthias Fürer, CEO der Vertreiberin Delico AG: «Baergfeuer Chilisauce ist die handgefertigte Schweizer Alternative zu industriell hergestellten Chilisaucen. Das zeigt, dass wir in der Schweiz immer wieder scharfe Ideen haben, die sich gegen global Player problemlos behaupten können und für die es auch einen Markt gibt.» sagt er augenzwinkernd. Die Chilisauce überzeuge mit einer besonders fruchtigen Schärfe, einem niedrigen Säuregehalt und einer kräftig roten Farbe, führt Fürer weiter aus.

Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg als Geburtshelferin
Das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg begleitet das Projekt. «Der Anbau von Habanero Chilis in Wohlenschwil, die Verarbeitung zur scharfen Sauce und der Vertrieb auf dem nationalen Markt zeigen exemplarisch, dass die Aargauer Landwirtschaft sehr innovativ ist», so Landwirtschaftsdirektor Dr. Markus Dieth. Die Aargauer Landwirtinnen und Landwirte fänden immer wieder Wege und Mittel, ihre Betriebe im Kanton unternehmerisch weiterzuentwickeln und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen zu schützen. Regional produzierte und verarbeitete Lebensmittel bedeuteten kürzere Transportwege, verminderten damit den CO2-Ausstoss und stärkten die Ernährungssicherheit, so der Regierungsrat weiter. Die Zusammenarbeit über die Betriebs- und Branchengrenzen hinweg, Geduld und Innovationsgeist hätten den Grundstein für den heutigen Erfolg gelegt. Dies bringe Wertschöpfung in den Aargau und sichere den Bestand von bereits Bestehendem.


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