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Pflanzenschutz

So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Die Schweizer Landwirte treffen viele vorbeugende Massnahmen, um ihre Kulturen vor Krankheiten oder Schädlingen zu schützen: geeignete Bodenbearbeitung, vielfältige Fruchtfolge oder robuste Sorten. Ganz nach dem Motto: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Doch das reicht nicht immer, um die hohen Qualitätsansprüche der Händler, Verarbeiter und Konsumenten zu erfüllen. Eine kleine Raupe auf einem Salatkopf führt dazu, dass ein Gemüsebauer die Ernte eines ganzen Tages oder Feldes nicht verkaufen kann. Das gleiche bei Blattläusen, Pilzflecken, Drahtwurmlöchern oder anderen Makeln. Weil sie auf den Erlös aus dem Produktverkauf angewiesen sind, kommen die Bauernfamilien nicht darum herum, befallene Kulturen zu behandeln. Die Mittel zum Schutz der Kulturpflanzen vor Krankheiten und Schädlingen sind teuer und das Ausbringen erfordert Zeit. Deshalb versuchen die Bauernfamilien, den Einsatz auf das Minimum zu reduzieren.

Chemische oder biologische Mittel 

Bei den Mitteln kann man zwischen chemisch-synthetischen und  biologischen unterscheiden. Biologische Mittel sind natürlicher Herkunft, chemisch-synthetische dagegen künstlich hergestellt. Die unterschiedliche Herkunft sagt nichts über deren Umweltwirkung aus. Ein Drittel der in der Schweiz eingesetzten Mittel sind natürlicher Herkunft, so dass auch Biobauern sie einsetzen dürfen.

Strenge Auflagen

Alle Pflanzenschutzmittel brauchen eine offizielle Bewilligung. Das Zulassungsverfahren ist in der Schweiz streng: Vier Bundesämter müssen ihre Zustimmung geben. Damit die Bauern Pflanzenschutzmittel einsetzen dürfen, benötigen sie eine Fachbewilligung.

So wenig wie möglich

Indem Landwirtinnen und Landwirte die Kulturen genau beobachten, beurteilen sie fallspezifisch, ob eine Behandlung effektiv nötig ist. Die Schweizer Bauern brauchen weniger Pflanzenschutzmittel als ihre Kollegen im Ausland. Auch setzen sie immer mehr auf natürliche Stoffe und greifen auf alternative Methoden zurück. Unkräuter können mit Hacken oder Striegeln in Schach gehalten werden. Zur Verwirrung von Schädlingen werden Duftstoffe eingesetzt. Sie arbeiten zudem mit Nützlingen, um Schädlinge zu bekämpfen. 

Was wäre ohne? 

Wären sämtliche Pflanzenschutzmittel verboten, müssten wir mit Mindererträgen von 20 bis 40 Prozent rechnen. Je nach Kultur und Witterung wären auch Totalausfälle möglich. Zudem litten die Qualität, das Aussehen und die Lagerfähigkeit unserer Lebensmittel. Alles, was wir nicht in der Schweiz produzieren, müssen wir aus dem Ausland importieren. Kaum ein anderes Land hat aber so strenge Gesetze und Vorschriften wie wir.

Wasserqualität 

Unser Trinkwasser weist grundsätzlich eine hohe Qualität auf uns lässt sich bedenkenlost trinken. Das kann fast kein Land der Welt von sich behaupten. Trotzdem findet man auch bei uns Spuren von Rückständen von Medikamenten, Hormonen, Wasch-, Frostschutz- oder auch Pflanzenschutzmitteln. Die Landwirtschaft ist mit dem Aktionsplan Pflanzenschutz daran, ihre Rückstände in den Gewässern und dem Trinkwasser weiter zu reduzieren.

Was sind Pestizide? 

Der Begriff «Pestizide» wird häufig als Synonym für Pflanzenschutzmittel verwendet und allein der Landwirtschaft zugeordnet. Zu den Pestiziden gehören aber auch Biozide wie Mäuse- oder Ameisengift, Desinfektions- oder Holzschutzmittel sowie zahlreiche andere Schutzstoffe für unterschiedlichste Materialien. 

in Planung

Gut zu wissen
  • Schweizer Bauern brauchen weniger Pflanzenschutzmittel als ihre Kollegen im umliegenden Ausland. Beim Vergleich mit dem Ausland ist Vorsicht geboten: Bei uns fliessen auch biologische Mittel in die Statistik, im Ausland nicht. Biologische Mittel brauchen grössere Aufwandmengen als chemische.
  • Aktuell setzt die Schweiz jährlich ungefähr 2200 Tonnen Pflanzenschutzmittel ein. Die beiden meistverkauften Mittel sind die beiden Biomittel Schwefel und Paraffinöl.
  • Das stark in Verruf stehende Herbizid Glyphosat wird bei uns vor allem beim bodenschonenden pfluglosen Anbau und zur Bekämpfung besonders hartnäckiger Unkräuter eingesetzt. Vor der Ernte – wie im Ausland üblich – ist der Einsatz bei uns verboten. Deshalb findet man auf Schweizer Rohstoffen keine Glyphosat-Rückstände.
  • Unser Trinkwasser weist grundsätzlich eine hohe Qualität auf uns lässt sich bedenkenlost trinken.
  • Ein interessanter Vergleich: Jährlich fliessen 64.8 t Industrie- und Haushaltschemikalien, 19.8 t künstliche Süssstoffe, 16.9 t Arzneimittel und 0.9 t Pflanzenschutzmittel den Rhein hinunter.

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