Klima

Klimawandel: Alle sind gefragt

Die Bauernfamilien arbeiten in und mit der Natur. Deshalb spüren sie die Auswirkungen des Klimawandels besonders stark. In den letzten Jahren machten Wetterextreme der Landwirtschaft zu schaffen: heisse und trockene Sommer, milde Winter, Stürme, Starkniederschläge, Hagel.

Dank der steigenden Temperaturen und längeren Vegetationszeiten können die Aargauer Bauernfamilien neue Kulturen anbauen, wie zum Beispiel Soja, Süsskartoffeln oder Reis. Dennoch überwiegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels. Mit den Temperaturen steigt auch der Wasserbedarf. Gemüse, Obst, Beeren und selbst Kartoffeln müssen zusätzlich bewässert werden. Auf den Landwirtschaftsbetrieben wird das Raufutter vermehrt knapp oder muss zugekauft werden, weil zum Beispiel nicht genügend Mais oder Gras für die Tiere wächst. Milde Winter fördern die Entwicklung von Schädlingen. Die Zunahme von Spätfrösten oder Hagel erhöht das Produktionsrisiko zusätzlich.

Die Landwirtschaft ist für rund 13 Prozent der Schweizer Emissionen von klimarelevanten Gasen verantwortlich. Drei Stoffe fallen besonders ins Gewicht: Methan, das Grasfresser wie Kühe in Form von Fürzen und Rülpser ausstossen, macht fast die Hälfte aus. Hinzu kommt Lachgas, das sich bei der Düngung bildet und aus Böden entweicht. CO2 entsteht in der Landwirtschaft durch den Treibstoffverbrauch und gelangt ebenfalls aus den Böden in die Luft. 

Alle Akteure sind gefragt

Die Schweizer Landwirtschaft trägt ihren Teil zu einer besseren Klimabilanz bei. Sie senkte ihre Treibhausgasemissionen seit 1990 um über elf Prozent. Die Emissionen aus dem Treibstoffverbrauch gingen um über 20 Prozent zurück. Aber das ist nicht genug. Darum arbeiten die Landwirtinnen und Landwirte laufend daran, ihre Betriebe noch umweltschonender und klimafreundlicher auszurichten. Angesichts des ökonomischen Drucks auf die Landwirte und der Komplexität der Herausforderung sind grosse Reduktionsprünge innerhalb kurzer Zeit nicht ganz so einfach.

Die landwirtschaftliche Produktion wird bestimmt durch das Konsumverhalten der Bevölkerung. Den Schweizer Viehbestand wegen dessen Methanausstoss reduzieren zu wollen, bringt dem Klima nichts, wenn das Fleisch stattdessen aus dem Ausland importiert wird. Was kannst du für das Klima tun? Probiere doch beim Einkaufen auf regionale und saisonale Lebensmittel zu achten. So kaufst du keine Esswaren, die vom anderen Ende der Welt stammen.

Gut zu Wissen
  • Die Schweizer Landwirtschaft leistet für die angestrebte Energiewende bereits heute einen bedeutenden Beitrag: Mit Biogas aus Gülle und Mist, Strom und Wärme von Solarzellen auf dem Scheunendach oder mit Holzenergie.
  • Die Landwirtschaft senkte ihre Treibhausgasemissionen seit 1990 um über elf Prozent. Jene aus dem Treibstoffverbrauch gingen sogar um über zwanzig Prozent zurück.

Videos

Embedded thumbnail for Klimawandel: Alle sind gefragt